Die Vögel

Tarjei Vesaas
DIE VÖGEL
279 Seiten
Guggolz Verlag
ISBN 978-3-945370-28-5

“Es gibt Bücher, die einen nicht verlassen, nachdem man sie gelesen hat, sondern in einem bleiben, manche von ihnen ein Leben lang. Für mich sind die beiden Meisterwerke von Tarjei Vesaas, “Die Vögel” und “Das Eisschloss”, solche Bücher. Nicht, weil sie gut sind - die Welt ist voller guter Bücher - sondern weil sie etwas mit mir machten, etwas in mir veränderten. An “Die Vögel” denke ich immer wie an einen Ort, an dem sich etwas Wichtiges zeigt, etwas, das immer da ist, aber unbemerkt, etwas, das Vesaas’ Roman durch seine ungeheure Einfühlsamkeit sichtbar werden lässt.

- Karl Ove Knausgard


Tarjei Vesaas erzählt in »Die Vögel« von dem Außenseiter Mattis, der sich in eine kindliche innere Welt zurückgezogen hat und von den anderen Dorfbewohnern als zurückgeblieben verlacht wird. Seinen Lebensunterhalt versucht er mit kleinen Hilfsarbeiten auf dem Feld und im Wald zu bestreiten. Mattis lebt in einer Hütte am See mit seiner Schwester Hege, die den Haushalt führt und ihn versorgt, und er fühlt sich mit der Natur ringsum verbunden. Besonders ziehen ihn die Waldschnepfen an, deren frühlingshaften Balzflug er als Zeichen sieht, als Verheißung, die er nicht entschlüsseln kann. Als eines Tages der Holzfäller Jørgen auftaucht, sich in Hege verliebt – und dann auch noch eine Schnepfe erschossen wird, wirft es Mattis aus der Bahn.


“Du bist du, schien etwas in ihm zu sagen, so hörte jedenfalls er es.
Es war gesagt in einer Vogelsprache.
Gesagt in Vogelschrift.”


In sparsamer, eindringlicher Sprache und in unvergesslichen Bildern beschreibt Tarjei Vesaas das Innenleben des Sonderlings Mattis und seinen Blick auf die Welt, und dabei auch sein Unvermögen, sich auszudrücken, sich mit anderen Menschen zu verständigen. Das Ungesagte zwischen den Zeilen, das im Grunde Unsagbare fügt Vesaas in einzigartiger, unverwechselbarer Weise ins feine Netz der Erzählung und erzeugt damit poetische Spannung und ein unbedingtes Mitgefühl für Mattis. Hinrich Schmidt-Henkel versteht es auf fast magische Weise, die Zwischentöne, Auslassungen und die Verknappung in der deutschen Übersetzung nachzubilden und uns die Geschichte mit ihrer ganz eigenen Melodie so nahezubringen, dass uns gar nichts übrig bleibt, als den Roman und seine Hauptfigur Mattis tief ins Herz zu schließen.

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Der erinnerte Soldat

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Eine Sprache, die fast zum Anfassen ist. Schwarz, funkelnd und zähflüssig, wie ein Rinnsal von Öl, das sich über die weißen Buchseiten schlängelt.